Labradoodle vs. Australian Labradoodle

Der Labradoodle ist ein freundlicher Hund mit viel Energie. Er benötigt sinnvolle Beschäftigungen, nicht nur lange Spaziergänge. Hierzu eignet sich Nasenarbeit (Futterbeutel suchen, Fährten legen, etc.), Agility, erlernen von Tricks, Curving, Longieren, etc. Der Labradoodle liebt seine Menschen und ist auch zu anderen Tiere freundlich und neugierig. 

Es gibt zwei "Arten" von Labradoodle, diese werden im folgenden erläutert:

Labradoodle

Der Labradoodle, wie er in Deutschland überwiegend gezüchtet wird, ist eine Kreuzung aus Pudel und Labrador. Erfunden wurde er vom Hundezüchter Wally Conron.

Eine blinde Dame, Pat Blum, war auf einen Führhund angewiesen, konnte aber aufgrund einer Tierhaarallergie nicht auf die klassischen Rassen zurückgreifen. Conron arbeitete 3 Jahre lang mit 33 Großpudeln und versuchte einen zu finden, der für diese Arbeit geeignet war. Dies hat er aber nicht erreicht. Keiner der Pudel zeigte die notwendigen Eigenschaften, welcher ein Blindenführhund braucht. Da die Zeit drängte, kam Conron auf die Idee, einen Standard-Pudel mit einem der besten Labradore seiner Blindenführschule zu kreuzen. Aus dieser ersten Verpaarung zwischen Großpudel Harley und der Labrador Hündin Brandy entstand sein erster Wurf mit 3 Welpen. Ein Erfolg, auch für Pat Blum, die von jedem Welpen Fellproben erhielt. Einer der Welpen löste keinerlei allergische Reaktionen aus, weshalb sie diesen als zukünftigen Blindenhund auswählten. Die Tatsache, dass nicht alle Welpen infrage kamen, offenbarte bereits mit dem ersten Wurf, dass die einfach Kreuzung Labrador x Pudel keinesfalls eine Garantie für allergikerfreundliche Hunde ist. Das hat sich bis heute nicht geändert.

Das "nicht haaren" ist in der 1. Generation nur zu ca. 50% der Fall. Das heißt es gibt durchaus haarende Exemplare in der 1. Generation. Erkennbar am glatten oft drahtigem Fell. Auch Hunde mit Unterwolle, welche getrimmt (nicht geschoren) werden müssen, kommen häufig in der 1. Generation vor.

Um nicht haarende Labradoodle zu bekommen, wird die 1. oder 2. Generation oft mit einem Pudel gekreuzt. Diese Generation heißt F1b bzw. F2b, wobei das b für backcross (zurück zur Ursprungsrasse) steht.

Zuchtformen Labradoodle:

Pudel x Labrador = F1

F1 x Pudel = F1b

F1b x Pudel = F1bb

F1bb x Pudel = Pudel!

F1 x F1 (nicht zu empfehlen) = F2

F1 x F1b, F1bb, F2, F3, Multigen = F2

F2 x Pudel = F2b

F2 x F2b, F2, F3, Multigen = F3

F3 x Pudel = F3b

F3 x F3b, F3 = Multigen

In Deutschland ist die Zucht des Labradoodles stehen geblieben. Überwiegend wird in der 1. Generation gezüchtet. Oftmals ohne notwendige gesundheitliche Untersuchungen und ohne auf das Temperament der Elterntiere zu achten. Der Labradoodle ist gefragt und das nutzen einige "Züchter" leider aus.

Es gibt keine Rassestandards, da der Labradoodle offiziell (VDH/FCI) nicht als Rasse anerkannt ist. Die Zucht muss sich weiterentwickeln, alle Rassehunde sind ursprünglich aus mind. 2- 3 verschiedenen Rassen entstanden. Es müssen Zuchtziele gesetzt werden, um einen einheitlichen Labradoodle zu züchten. Es müssen, genauso wie bei Rassehunden, gesundheitliche Untersuchungen der Elterntiere gemacht werden. Dann wird irgendwann der Labradoodle auch offiziell als Rasse anerkannt werden. Es gibt in Deutschland einige wenige Vereine/Verbände, die für den Labradoodle eine Ahnentafel ausstellen, meist mit der Kennzeichnung: Hybrid-Hunderasse.

Der Züchter muss sich hier genauso an die Zuchtordnung halten wie die Rassezüchter.  

Australian Labradoodle (AL/ ALD)

Die Australier Rutland Manor und Tegan Park haben die Labradoodle-Zucht weitergeführt. Ihr Ziel: Die Würfe sollten einheitlich in Erscheinungsbild, Fellqualität und Temperament sein. Während der 90iger Jahre wurden einige andere Rassen mit dem Ursprungs- Labradoodle verpaart, um diesem Ziel näher zu kommen.

Diese Rassen wurden sorgfältig ausgewählt, um spezifische Eigenschaften im Labradoodle zu verbessern.

Die reingezüchteten Rassen sind:

- Labrador Retriever

- Pudel

- Curly Coated Retriever

- Irish Water Spaniel

- Englischer und Amerikanischer Cocker Spaniel
Der Irish Water Spaniel war der erste Nicht- Pudel/Labrador, der bei der Entwicklung des australischen Labradoodles verwendet wurde. Das Hauptziel dieser Elternrasse war es, die reiche Schokoladenfarbe im australischen Labradoodle zu bekommen, die heute zu sehen ist, ohne die Qualitätseigenschaften des Fells zu verlieren. Der Curly Coat Retriever folgte und brachte einige der "Retriever"-Qualitäten in den australischen Labradoodle zurück.
Die englische und der amerikanische Cocker Spaniel sind die letzten anerkannten Elternrassen des australischen Labradoodle. 

Unter der Zucht der WALA und ALAA sind heute nur noch folgende Rassen zur Weiterzucht mit dem Australian Labradoodle erlaubt:

- Labrador Retriever

- Pudel

- Amerikanischer und Englischer Cocker Spaniel

Ein Australian Labradoodle hat keinen Australian Shepherd als Vorfahren! Und auch keinen Golden Retriever!

Eigenschaften/ Zuchtziel:

- nicht haarend

- gut als Familienhund geeignet

- intelligent, braucht eine klare Führung und Auslastung (z.B. Nasenspiele)

- gut trainierbar, freundlich und lustig

- liebt die Bewegung, ist aber im Haus ruhig und gelassen

- verträgt sich gut mit andern Hunden und Tieren

Der Australian Labradoodle haart nicht bzw. wenig. Wie bei uns Menschen sterben Haare ab. Die abgestorbenen Haare bleiben im Fell hängen und müssen ausgebürstet werden. Auch wenn der Australian Labradoodle wenig haart, heißt das nicht, dass er zu 100% für Allergiker geeignet ist. Viele Allergiker reagieren auf die Hautschuppen und/oder den Speichel des Hundes.

Der Australian Labradoodle wird vom US-amerikanischen Continental Kennel Club (CKC) als Rasse anerkannt, vom VDH und vom FCI leider noch nicht. In Australien wurden verschiedene Verbände gegründet, die einen Rassestandard festgelegt haben und eine Anerkennung des Australian Labradoodle als Rasse anstreben. Leider werden die Welpen hier aber bereits im Alter von ca. 6 Wochen kastriert bzw. mit vertraglicher Pflicht zur Kastration verkauft. Auch in Deutschland gibt es einige Australian Labradoodle Züchter, die diese Pflichtkastration in die Kaufverträge aufgenommen haben. Die Zucht-Verbände/ Vereine, unter der die Australian Labradoodle gezüchtet werden, verlangt dieses. In Deutschland darf nur nach medizinisch notwendiger Indikation kastriert werden. Alles andere ist ein Verstoß gegen §6 des Tierschutzgesetztes! Eine Kastration kann auch erhebliche gesundheitliche Risiken zur Folge haben. Diese wären unter anderem: Harninkontinenz, Bindegewebsschwäche (Kreuzbandrisse), Schilddrüsenunterfunktion, Herztumore, Harnleitertumore, verlängertes Knochenwachstum, Fellveränderungen, Übergewicht, Wesensveränderung.

Siehe hierzu die Artikel:

- Kastration Rüde

- Kastration Hündin

Zuchtformen Australian Labradoodle:

ALF = Australian Labradoodle Foundation

AL/ ALD = Original Australian Labradoodle (über mehrere Generationen gezüchtet, ab der 4. reinrassig!)

LO = Labradoodle

ALF1,2,3 oder AL/ ALD x Pudel = ALF1p

ALF1,2,3 oder AL/ ALD x Cocker Spaniel = ALF1c

ALF1,2,3 oder AL/ ALD x Labrador = ALF1L

ALF1,2,3 oder AL/ ALD x LO = ALF1

ALF1 x ALD F1, 2, 3 oder AL/ ALD = ALF2

ALF2 x ALF2, 3 oder AL/ ALD = ALF3

ALF3 x ALF3 oder AL/ ALD = AL/ ALD (Purebred/Reinrassig)

Der Australian Labradoodle ist erst ab der 4. Generation reinrassig! Vorher handelt es sich um einen Hybrid, in den Papieren steht meist Australian Labradoodle Foundation oder Labradoodle ALF. Leider wird dies nicht in allen deutschen Verbänden so gehandhabt, daher immer gut die Ahnentafel studieren!

Im übrigen ist es bei anderen Rassehunden ebenfalls so, dass diese ab der 4. Generation wieder reinrassig sind (wenn immer wieder mit der gleichen Ursprungsrasse verpaart wird)!

Es gibt drei Größen:

Mini: 35 - 42 cm / 7 - 13 kg

Medium: 43 - 52 cm / 13 - 23 kg

Standard: 53 - 63 cm / 23 - 30 kg

Es gibt folgende Fellarten:
Wool: wollig, lockig, wie ein Pudel
Fleece- wavy: weich, leichte bis starke Wellen
Fleece- curly: weich, hängt in gedrehten Strängen, gelockt

Andere Doodlearten

 

Unter anderem gibt es noch den Goldendoodle, den Cockapoo und den Double Doodle.
Leider wird mittlerweile so ziemlich alles verdoodlet, ohne Sinn und Verstand!
So findet man im Netz noch viele andere Arten von Doodle... 

Die Zuchtformen beim Goldendoodle und Cockapoo sind die, wie beim Labradoodle. 

Golden Retriever x Pudel = Goldendoodle F1

Cocker Spaniel x Pudel = Cockapoo F1

etc.

Beim Double Doodle werden zwei verschiedene Doodle miteinander verpaart, z. B.:

Goldendoodle x Labradoodle oder

Goldendoodle x Australian Labradoodle

Auch mit diesen Hunden kann weiter gezüchtet werden, so dass es dementsprechend auch Double Doodle F2, etc. gibt. 

Mendelsche Regel

Nach Mendel gibt die Mutter 50% und der Vater 50% seines Erbguts weiter.

Wenn nun zwei unterschiedliche Rassen miteinander gekreuzt werden (egal ob Hund, Huhn, Tomate, etc.) ist ab der 4. bzw. 5.  Generation die Rasse wieder rein. Vorausgesetzt jede Generation wird immer wieder mit derselben Ursprungsrasse verpaart!

Prozentual errechnet sich das ganze wie folgt, am Beispiel des Labradoodles:

1. Generation Labradoodle: 50% Mutter Pudel + 50% Vater Labrador

Wir möchten auf die Rasse der Mutter weiter züchten, verpaaren also als nächstes wieder mit einem Pudel:

2. Generation: 75% Pudel + 25% Labrador

Die 2. Generation wird nun wieder mit einem Pudel verpaart:

3. Generation: 87,5% Pudel + 12,5% Labrador

Die 3. Generation wird nun ebenfalls wieder mit einem Pudel verpaart:

4. Generation: 93,75% Pudel + 6,25% Labrador

Der Anteil des Labrador ist nun so gering, dass die 4. Generation in den meisten Verbänden wieder als reinrassiger Pudel gilt. Spätestens mit der 5. Generation ist die Rasse wieder rein (nur noch 3,125% Labradoranteil).

Das funktioniert bei jeder Rasse so. So kann man über Generationen mit einem Hybrid-Hund wieder auf einen reinrassigen Hund hin züchten. Dies wird sogar teilweise in der Rassezucht genutzt, vor allem um neues Genmaterial, aber auch andere Farben oder Eigenschaften in eine bestehende Rasse zu bekommen. 

Hierzu sehr lesenswert:

Die Zucht und ihre Ordnung